Spindler, Arno – Der Handelskrieg mit U-Booten, Band V,
Frankfurt/Main, 1966, Seite 36 und 37 :



U 92, Kptlt. Bieler

1. - 30.1.18
Von Helgoland durch die Nordsee, um die Shetlands, westlich Hebriden und Irland, nach dem Seegebiet suedlich Irland. Zurueck auf gleichem Wege. 13 Tage nach dem Auslaufen im Taetigkeitsgebiet suedlich Irland eingetroffen. Aufenthalt dort bis 20.1. Keine Schussgelegenheit gefunden, vielfach Nebel. Ergebnislose Unternehmung.
30.1. Wilhelmshaven.

23.2. - 24.3.
Von Wilhelmshaven Ostweg, um die Orkneys, westlich Hebriden, durch den Nordkanal in die Irische See und nach dem Westausgang des Englischen Kanals. Zurueck westlich Irland, um die Orkneys, Ostweg.
4.3. Noerdlich Irland Unterwasser-Torpedotreffer gegen bew[affneten] englischen D[ampfer] "British Princess", 7034 t, der den Hafen erreichte. Bis 13.3. in der Irischen See und vor dem Westausgang des Englischen Kanals keine Angriffsgelegenheit gefunden.
14.3. Suedlich Irland vergeblicher Angriff auf grossen Passagierdampfer, Typ Mauretania. Nur bis auf Torpedoschussweite von 3000 m herangekommen.
24.3. Wilhelmshaven

22.4. - 28.5.18
Von Helgoland Ostweg, um die Orkneys, westlich Irland, nach dem Seegebiet vor dem Westausgang des Englischen Kanals. Zurueck westlich Irland, um die Shetlands, Ostweg.
2.5. In der Abenddaemmerung in der Nordsee in Hoehe Peterhead vergeblicher Unterwasser-Angriff auf Verband von 4 Kriegsschiffen, Schiffstyp nicht erkennbar.
6.5. Noerdlich Irland vergeblicher Unterwasser-Angriff auf Gruppe von 2 kleineren Dampfern oder Bewachern. Keine weitere Angriffsgelegenheit gefunden.
28.5. Wilhelmshaven



Spindler, Handelskrieg, V, Seite 310 und 311 :


U 92, Kptlt. Guenther Ehrlich

29.6. - 23.7.18
Von Helgoland durch die Nordsee, um die Shetlands, westlich Hebriden und Irland nach dem Seegebiet suedlich Irland und der Biscaya. Zurueck auf gleichem Wege um die Shetlands, Ostweg.
30.6. Suedlich Doggerbank 2 Torpedoschuesse eines feindlichen U-Boots gegen "U 92".
1.7. In der Hoehe von Peter Head 4 englische Grosskampfschiffe mit Fesselballons ausser Angriffsbereich.
7.7. Im St.-Georgs-Kanal Fuehlung an einem einlaufenden Konvoi von etwa 14 Dampfern. Kurz vor Mitternacht in heller Nacht zum Angriff getaucht.
8.7. Morgens kurz nach Mitternacht Torpedodoppelschuss verteilt auf 2 Dampfer des Konvois. Den ersten Treffer beobachtet, den zweiten nur gehoert. Waehrend des Rundblicks wird das U-Boot hinter dem Turm gerammt. Schwerer Wassereinbruch am Kombuesenluk. Mehrere Nieten lecken erheblich. Das Boot macht in kurzer Zeit 2 Tonnen Wasser. Die Leckbekaempfung wird vom Leitenden Ingenieur Mar.-Ob.-Ing. d.R. Rassow mit Sicherheit geleitet. Bei spaeterem Auftauchen zeigt sich, dass das hintere Geschuetz, die Funkmasten, die Netzabweiserantenne und das Brueckenkleid beschaedigt sind. Von den beiden Torpedotreffern war nur die Wirkung des einen zu ermitteln: Bew[affneter] englischer D[ampfer] “Ben Lomond”, 2814 t, der gesunken ist. Die Identitaet des anderen torpedierten Dampfers konnte nicht festgestellt werden. Ein zweiter Dampferverlust in Verbindung mit diesem Angriff ist nicht nachzuweisen. Es wird angenommen, dass als Folge des zweiten Torpedotreffers von “U 92” 2000 t feindlichen Schiffraums beschaedigt worden sind. “U 92” war nach dem Rammstoss infolge von Beschaedigung einiger Abschluesse des Druckkoerpers nicht vollstaendig tauchsicher. Unternehmung trotzdem fortgesetzt.
8.7. Etwa 120 sm W von den Scillies Unterwasser-Angriff auf einlaufenden Konvoi von 30 Dampfern, stark gesichert. Aus dem Konvoi bew[affneten] englischen Dampfer “Mars”, 3550 t, durch Torpedodoppelschuss, 2 Treffer.
9.7. Vormittags und Nachmittags Fuehlung gehalten an starkem auslaufendem Konvoi. Nicht herangekommen wegen schwerer See.
10.7. Im Atlantik W von Quessant bew[affneten] englischen Segler “Charles Theriault”, 339 t, durch Geschuetzfeuer zu versenken gesucht. Sinken des Schiffes wurde angenommen, es ist jedoch geborgen worden.
11.7. Vor der Biscaya amerikanischen D[ampfer] “Westover”, 5769 t, mit Mehl, Holz und Stueckgut von New York nach Frankreich, versenkt durch Unterwasser- Torpedoschuss und Torpedofangschuss. Dazu berichtet der Kommandant : “Das Gelingen dieses Angriffs ist das Verdienst des Leiters der Tiefensteuerung, Oblt. Z.S. Kolb. Trotz der groben See, Wind SW Staerke 6, verlor er das Boot niemals aus der Gewalt.
13.7. Morgens bei Dunkelheit in dem gleichen Gebiet spanischen D[ampfer] “Ramon de Larrinaga”, 3058 t, versenkt durch 2 Ueberwasser-Torpedotreffer. Dann Rueckmarsch.
23.7. Wilhelmshaven

Der Flotillenchef bemerkt : ”Die schnelle und erfolgreiche Durchfuehrung der Ersten Unternehmung des Kommandanten verdient in jeder Beziehung volle Anerkennung. Besonders hervorzuheben ist der Schneid, mit dem die Unternehmung trotz der durch den Zusammenstoss mit einem Dampfer hervorgerufenen Havarie fortgesetzt wurde.”

Der Verlust von “U 92”, Kptlt. Guenther Ehrlich, September 1918
3.9.1918 Von Wilhelmshaven ausgelaufen auf Ostweg nach der englischen Westkueste. 4.9. abends Kleinen Belt passiert, danach keine weitere Nachricht von “U 92”. Das Boot ist nicht zurueckgekehrt. Keine Ueberlebenden. Nach englischer Nachricht soll “U 92” am 9.9.1918 in dem westlichen Teil der Nordseesperre [Northern Barrage] auf Mine gelaufen sein. Keine sonstigen Einzelheiten ueber den Vorgang.




Spindler, Handelskrieg, Band V, Seite 319 :


UB 122, Oblt. z. S. Magnus
8.9. [1918] Waehrend des Passierens des westlichen Teils der Nordseesperre [Northern Barrage] von etwa 10 Uhr Nm. bis 5 Uhr Vm. bei Windstaerke 7 und grober See aus SO ununterbrochen Detonationen von Minen zu hoeren. Waehrend dieser Zeit, um 2.40 Uhr Nm. etwa 25 sm S von Fair Insel erfolgte 600 m vom Boot entfernt eine schwere Detonation mit breiter Wassersaeule. Der Kommandant bemerkt dazu, dass diese Detonation nicht von einer Treibmine herruehren koennte, weil eine solche eine hohe und schmale Wassersaeule mit Qualm aufgeworfen haette. Da nach einer amerikanischen Nachricht “U 92” am 8.9. an der Westkante der Nordseesperre auf einer Mine der Sperre gesunken sein soll, erscheint es nicht ausgeschlossen, dass die von “UB 122” beobachtete Detonation mit dem Verlust von “U 92” in Zusammenhang steht.